Maria und Josef mit dem neugeborenen Jesus auf der Flucht: auch das ist ein Weihnachtsbild – mag es noch so verstörend sein. Ein Weihnachtsbild, das auch frühere Jahrhunderte irritierte, deshalb wurde diese Flucht vor den von König Herodes beauftragten Mördern oft wie ein Ausflug dargestellt: »Ruhe auf der Flucht« oder gar »Idylle auf der Flucht« heißen viele Bilder in der Kunstgeschichte. Und auch der Ausschnitt des Kirchenportals des Konstanzer Münster Unserer Lieben Frau erinnert mehr an eine gemütliche Landpartie als an Rettung aus Lebensgefahr.
Doch genau das war es – und die gedungenen Mörder, die Rettung durch einen Engel, die Flucht ins Ausland, der Mord an all den Kindern, die in Betlehem nicht gewarnt und nicht gerettet wurden, all das gehört auch zu Weihnachten.
Und weil auch zweitausend Jahre nach der Geburt Christi weltweit Kinder verhungern, an Armut sterben, gequält, missbraucht und ermordet werden, verschließen wir nicht die Augen vor der Flucht Jesu und dem Leid aller Kinder. Die Kirche weiß von der Nähe zwischen der Freude über die Geburt Christi und der Trauer und der Wut über das sinnlose Sterben der Kinder – und der Erwachsenen. Am 28. Dezember gedenkt sie der »unschuldigen Kinder«.
Die Frage, die die Flucht nach Ägypten stellt, heißt: Warum? Warum lehnen Menschen das tägliche Angebot Gottes, ihn als Kind aufzunehmen, ab? Warum feiern wir dennoch Weihnachten als das Fest, an dem Gott in einem Kind zu den Menschen gekommen ist?
Die Art und Weise, wie wir Weihnachten feiern, kann eine Antwort sein. Weihnachten kann nicht nur als Fest der Freude gefeiert werden; Weihnachten enthält auch immer die Aufforderung, umzukehren und einzutreten für die Kinder der Welt, die Stimme zu erheben, damit Kinder nicht vor Krieg, Zerstörung, Leid fliehen müssen.
Entnommen aus: Michael Tillmann | IMAGE Arbeitshilfe
Besondere Veranstaltungen im Stralsunder Schwesternheimathaus
Wir laden Sie herzlich ein:
am Mittwoch, 10. Dezember 2025 um 15.30 Uhr zur Aufführung des Verkündigungsspieles
am Mittwoch, 24. Dezember 2025 um 15 Uhr zum gemeinsamen besinnlichen Nachmittag am Heiligabend
am Mittwoch, 31. Dezember 2025 um 15 Uhr zum gemeinsamen Jahresausklang am Silvestertag