Wer von uns wünscht sich das nicht manchmal: Dass man noch mal neu beginnen könnte, ganz von vorn? Und dann natürlich manches anders und vor allem besser machen als bislang?
Dass, was wir uns selber wünschen, würden wir sicher von Herzen gern auch den großen Zusammenhängen des Lebens wünschen. Alles neu - also das Ende der alten Streitigkeiten, gesicherter Friede statt grausamer Kriege, Aufbau, wo heute Zerstörung das Angesicht der Erde verschandelt. Macht, zum Wohl der Menschen gebraucht, Liebe als Maßstab allen Seins und Tuns.
Was für eine utopische Welt, von der wir da träumen!
Was ist die Alternative zu diesem Traum? Blanke Resignation, der »Mensch dem Menschen ein Wolf«, die Herrschaft dessen, der die schrecklichsten Waffen besitzt? Und am Ende eine unbewohnbare Erde, im Chaos und in blanker Verzweiflung versunken …
Wie gut, dass wir dem etwas entgegenzusetzen haben. Etwas, das mehr ist als eine Utopie, mehr auch als die Vorstellung, wir Menschen könnten lediglich mit unserer eigenen Kraft und Weisheit ein solches Utopia schaffen. Wohin das führt, zeigt die Geschichte mehr als eindrücklich.
Aber: Da ist unser Herr. Jesus Christus, der den ewigen Kreislauf von Dunkel, Angst und Streit durchbrochen hat. Nicht, indem Er mit der Faust auf den Tisch schlägt, sondern indem Er in die schwärzeste Mitte all dessen, was uns ängstigt, hineinkommt, bei uns bleibt, an unserer Seite, in unseren Herzen. Und uns so mitnimmt auf den Weg des Neumachens, Neuwerdens.
Es sind vielleicht keine großen Dinge, Verwandlung liegt durchaus im Detail: ein Lächeln statt der Feindseligkeit, Versöhnung statt Hass, Frieden nicht als Forderung, sondern als eigene erste Schritte … Schmerzen, die heilen, Tränen, die getrocknet werden.
Sicher – Verheißung ist noch nicht Erfüllung, das »alles« bleibt uns noch. Aber wir sind auf dem Weg.
»Ewigkeit, in die Zeit, leuchte hell hinein.
Dass uns werde klein das Kleine
und das Große groß erscheine.«
so heißt es in einem Liedtext von Marie Schmalenbach. Dass uns das auch im Jahr 2026 geschieht, lasst uns einander erbitten und wünschen.
Ihre Helga Ruch, Pröpstin i.R.